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Psychoonkologie
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PSYCHOONKOLOGIE

Historie:

1995

Gründung einer eigenständigen Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford

1998

1. Evaluation durch Prof. Dr. Dr. F. Muthny, Uni Münster

2001

2. Evaluation durch Prof. Dr. G. Nagel, KTB Freiburg und Prof. Dr. Dr. U. Koch, UKE Hamburg-Eppendorf

2004

Start Projekt „Case Management Psychoonkologie CM:P“

Partner:
6 Kliniken in NRW
Gesundheitsministerium Düsseldorf
Krankenhausgesellschaft NRW
AOK Westfalen-Lippe
Universitäten Marburg + Bielefeld

2006

Gründung des Instituts für Gesundheitsförderung und Versorgungsforschung gGmbH als An-Institut der Ruhr-Universität Bochum

Dieses im Sommer 2006 gegründete Institut wird von der Psychotherapeutenkammer NRW und der Carina Stiftung gemeinsam getragen. Das Institut verfolgt ausschließlich wissenschaftliche Ziele in der Gesundheitsförderung und der Versorgungsforschung.

Das Institut nimmt Aufgaben der
• Forschung und Entwicklung, der
• Anwendung und des Managements sowie der
• Evaluation und Qualitätssicherung

psychosozialer und psychotherapeutischer Versorgung im Gesundheits- und Sozialwesen wahr. Geschäftsführer des IGV-Bochum ist PD Dr. Michael Kusch.

Weitere Informationen zu den Zielen und laufenden Arbeiten entnehmen Sie bitte der Homepage des Instituts: http://www.igv-bochum.de

 
 
 

 

 

     

 

CM:P-Projekt

„Case Management Psychoonkologie“ ist eine multizentrische, prospektive Studie der Carina Stiftung zur klinischen Angemessenheit sowie zum medizinischen und ökonomischen Nutzen psychoonkologischer Akutversorgung im stationären Sektor.

Die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten und deren Angehörigen wird als ein integraler Bestandteil der Krebstherapie betrachtet und von den Patienten gewünscht. In welcher Form die psychosoziale Betreuung im Krankenhaus durchzuführen ist, welchen Nutzen sie für die Patienten hat, und welche Effekte mit ihr verbunden sind, ist bislang nicht beantwortet.

Das Projekt geht aus dem in der Abteilung für Psychoonkologie (Klinikum Herford) entwickelten „Herforder Modell“ hervor. Dieses Modell wurde u.a. in Zusammenarbeit mit McKinsey unter den Gesichtspunkten der medizinischen Evidenz, der klinischen und formalen Qualität der Leistungserbringung sowie den Anforderungen des Qualitätsmanagements in den letzten Jahren zum „Case Management Psychoonkologie“ weiterentwickelt und in der klinischen Praxis am Klinikum Herford erprobt. Im Projekt Case Management Psychoonkologie überträgt dieses Modell auf weitere 6 Akutkrankenhäuser im Raum OWL.

Im Projektzeitraum Juli 2004 bis Oktober 2006 sollen etwa 5.000 Patienten mit verschiedenen Indikationen (vorwiegend Brust-, Prostata-, Bronchial-, Ovarial-, Blasen- und Colon-Krebs) während eines Zeitraumes von 3 Monaten psychoonkologisch betreut werden; bei Bedarf wird eine psychosoziale Nachsorge eingeleitet.

Grundlage des strukturierten Begleit- und Betreuungsangebotes ist das „Case Management Psychoonkologie“ (CMP). Mit diesem Behandlungsprogramm wird ein interdisziplinär Versorgungsansatz beschrieben, der auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen, Anforderungen des Gesundheitswesens sowie der klinischen Versorgungswirklichkeit die fachlich gebotene Qualität der psychosoziale Betreuung und Begleitung sicherzustellen hilft.

Das „Case Management Psychoonkologie“ ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  1. Versorgungskonzept: Grundlage der Patientenversorgung sind evidenzgestützte und klinisch erprobte Standards interdisziplinärer psychoonkologischer Versorgung.
  2. Versorgungsprogramm: Für die Planung, Lenkung und Prüfung der Leistungserbringung liegen schriftlich festgelegte Leitlinien und Behandlungspfade vor für die Bereiche:
    • Diagnostik: Anamnese, Bedarfsermittlung und –formulierung
    • Indikation: Bedarfsgerechte Indikationsstellung
    • Intervention: Festlegung / Erbringung psychoonkologischer Versorgungsleistungen
    • Evaluation: Katamnese, Prüfung des individuellen Nutzen und Überleitung in die Nachsorge
  3. Dokumentation: Verbindliche Standards der Dokumentation anhand eines computergestützten Leistungserfassungs- und Evaluationssystems
  4. Interdisziplinäre Kooperation und Qualifikation: Ärzte, Pflegekräfte und Psychologen arbeiten in struktu-rierter Weise zusammen; die Mitarbeiter/innen der beteiligten Kliniken sind im Case Management Psychoonkologie geschult.
  5. Qualitätsmessung / -entwicklung: Das Versorgungskonzept und das Versorgungsprogramm werden anhand von Qualitätsindikatoren fortlaufend evaluiert und optimiert. Die konkrete Leistungserbringung und die Ergebnisse der psychoonkologischen Versorgung werden anhand von Prozess- und Ergebnisindikatoren evaluiert.

Die psychosoziale Versorgung erfolgt während der stationären Behandlungsphase der Krebstherapie, sie wird in dieser Zeit auch Patienten/innen angeboten, die zwischen zwei Behandlungsphasen nicht im Krankenhaus liegen. Während eines Zeitraumes von 3 Monaten wird eine Erfassung des psychosozialen Befindens durchgeführt, um einerseits eine auf den individuellen Bedarf abgestimmte Betreuung und andererseits den Behandlungseffekt bzw. die Erfordernis der Weiterbetreuung zu bestimmen.

Die psychoonkologische Versorgung besteht aus einem abgestuften Vorgehen:

  1. alle Patienten/innen werden gezielt informiert und aufgeklärt;
  2. bei konkreten Unterstützungsbedarf, den die Patienten/innen äußern oder den die Pflegekräfte feststellen, werden psychosoziale Maßnahmen (Beratung, Entspannung, Schmerztherapie, Paargespräche usw.) durchgeführt und
  3. bei massiven psychosozialen Belastungen werden die Patienten/innen psychotherapeutisch betreut.

Die Ergebnisse des Projektes gehen in eine kontinuierliche Optimierung der strukturierten Begleitung und Betreuung an Krebs erkrankter Patienten/innen ein; alle Projektbeteiligten führen regelmäßig eine klinikvergleichende Analyse der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zur kontinuierlichen Qualitätsentwicklung durch.

Weitere Informationen zu den Inhalten, Zielen und Beteiligten des Projekts entnehmen Sie bitte der Rubrik „Psychoonkologie / Informationen für Psychoonkologen“ bzw. der Rubrik „News“ in der linken Spalte.

 
 
 
     

 

PSYCHOLOGISCHE BERATUNG UND THERAPIE FÜR KREBSPATIENTEN UND ANGEHÖRIGE
Informationen für Krebsbetroffene

Das Beratungs- und Therapieangebot der Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford umfasst die folgenden Bereiche:

    Einzelgespräche:
    • Beratung bei der Krankheitsverarbeitung,
    • Beistand nach der Diagnoseeröffnung,
    • Therapeutische Begleitung bei Angst und Depression,
    • Entspannungsübungen,
    • Informationen zur Gesundheitsförderung;
    Gruppenangebote:
    • Angehörigengruppe,
    • Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung,
    • Musiktherapie,
    • Kunsttherapie,
    • Bewegungstherapie (z.B. Qi Gong),
    • Kosmetikseminare,
    • Fachvorträge für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen;
    Angehörigenbetreuung:
    • Einzelberatung,
    • Paargespräche,
    • Familiengespräche,
    • Trauerbewältigung,
    • Entlastung bei Pflegeüberforderung;


Zusätzlich zur Patientenbetreuung engagiert sich die Abteilung für Psychoonkologie auch in der Fortbildung für Mitarbeiter des Klinikums Herford wie auch in der kontinuierlichen Verbesserung der Versorgungsqualität. Nähere Informationen hierzu erhalten sie unter der Rubrik: Informationen für Psychoonkologen

.

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für Krebsbetroffene

Das "Herforder Modell"
Seit Herbst 1995 existiert im Klinikum Herford eine Abteilung für Psychoonkologie.

Die Abteilung für Psychoonkologie hat folgende Merkmale:

  • Der Institutscharakter der psychoonkologischen Versorgungseinheit und die externe Finanzierung sind besonders gute Bedingungen für die Kooperation mit den verschiedenen Abteilungen im Klinikum Herford.
  • Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten schwerpunktmäßig im Liaisondienst, sie sind somit täglich auf den Stationen präsent.
  • Jeder stationäre Onkologie-Patient wird nach Möglichkeit persönlich aufgesucht und über die Unterstützungsmöglichkeiten der psychologischen Mitarbeiter informiert.
  • Ein Patientenfragebogen wird eingesetzt, um möglichst frühzeitig Patienten zu identifizieren, die sich in einer besonderen psychischen und sozialen Belastungssituation befinden.
  • Das psychoonkologische Team steht für kontinuierliche psychoonkologische Personal-Fortbildung im Klinikum Herford.
  • Es handelt sich um ein multidisziplinäres Therapieteam. Die Mitarbeiter verfügen über abgeschlossene Therapieausbildungen in Gesprächspsychotherapie, Verhaltenstherapie, Gestalttherapie oder Hypnosetherapie sowie über zahlreiche Qualifikationen im Bereich Psychoonkologie und Gesundheitsförderung.
  • Die Abteilung bietet zudem auch Beratungsleistungen für Patienten in ambulanter Krebstherapie an.

Ziele des Herforder Modells:

  • Psychoonkologische Betreuung von Krebspatienten und deren Familie während und nach der Akuttherapie
  • Konzeptuelle Verzahnung mit den bereits bestehenden Versorgungsstrukturen des Klinikums und im Kreis Herford
  • Ambulante Gruppenangebote: Gesundheitsförderung und nicht nur Krankheitsbewältigung
  • Integrativer Ansatz: Die Hilfestellungen richten sich nicht nur auf die Patienten, sondern gleichermaßen auf Angehörige und Mitglieder des klinischen Personals.
  • Einbeziehung kreativer Therapie als Mittel der Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung
  • Netzwerkförderung (Schaffung neuer und Förderung bereits bestehender psychosozialer Strukturen)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Abbau von Stigmatisierungen und Berührungsängsten)

Nähere Informationen zum "Herforder Modell" finden Sie in der Rubrik: Informationen für Psychoonkologen.

 
     
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für Krebsbetroffene

Warum gibt es die Krebsberatungsstelle?
Eine Krebsdiagnose und die sich anschließende Behandlung bringen viele Menschen im Verlauf ihrer Erkrankung immer wieder an den Rand ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit: Sorgen um die eigene Gesundheit, die Familie und die Zukunft spitzen sich in vielen Fällen krisenhaft zu.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle haben die Aufgabe, Menschen während und nach der Erkrankung zu unterstützen und zu begleiten, aber auch vorbeugend tätig zu sein. Sie sind darauf ausgerichtet, soziale und psychische Notlagen von Betroffenen und Angehörigen zu erkennen, geeignete Maßnahmen zu deren Überwindung anzubieten und bei der Durchführung zu helfen.

Solche Maßnahmen können psychologische oder sozialrechtliche Information und Beratung sein, in der Vermittlung zu Selbsthilfegruppen bestehen oder die Inanspruchnahme von ambulanten Diensten beinhalten. Im folgenden möchten wir Ihnen unsere Angebote vorstellen.


Psychologische Beratungsangebote
Einzel-, Paar- und Familiengespräche zur Überwindung von
  • Krisen
  • Ängsten, depressiver Stimmung, Schwäche, Antriebslosigkeit oder innerer Unruhe
  • Hilflosigkeitsgefühlen angesichts der Erkrankung oder der Therapie
  • krankheitsbezogenen Konflikten oder Verständnis- und Sprachlosigkeit innerhalb der Familie
  • Angst und Bedrückung in der Erwartung des nahenden Sterbens

Sozialrechtliche Beratungsangebote
Hilfen zur Überwindung krankheits- oder behinderungsbedingter Lebensprobleme:

  • Einleitung von rehabilitativen Maßnahmen
  • Unterstützung im Formular- und Antragswesen z.B. Behindertenausweis, Rentenantrag, Pflegestufe
  • Hilfestellung bei Verhandlungen mit Krankenkassen, Rentenversicherungsträgern und Ämtern
  • Vermittlung geeigneter Unterstützungsangebote, z.B. Selbsthilfegruppen, Pflegedienste, Palliativstationen und Hospize, Pflegefamilien für verwaiste Kinder

Gruppenangebote

  • Psychotherapeutische Gruppen zur Krankheitsbewältigung
  • Angehörigengruppe
  • Musik- und Kunsttherapieseminare
  • Entspannungsgruppen
  • Kosmetikseminare für Frauen in Chemotherapie
  • Fachvorträge zu krebsbezogenen Themen

Beratungsseminare zu ausgewählten sozialrechtlichen Fragen wie

  • Rentenwesen
  • Behindertengerechtes Wohnen
  • Rechte und Pflichten von Patienten
  • Patientenverfügungen

Beratung in Kleingruppen zu Themen wie

  • Ernährung bei Krebs
  • Schmerzen und andere körperliche Symptome
  • Lymphdrainage und Krankengymnastik
  • Einführung in häusliche Pflege



Ansprechpartner:

Frau Sabine Ebermaier
Tel. / Fax: 0 52 21 – 94 26 05
E-Mail:

Ort:

Personalwohnheim des Klinikums Herford, Block B, 1. Etage
Bitte folgen Sie den Hinweisschildern auf dem Gelände des Klinikums.

Beratungszeiten:

montags bis donnerstags, 8.00 - 15.30 Uhr, freitags, 8.00 - 14.00 Uhr
Um telefonische Terminvereinbarung wird gebeten.
Die Angebote der Beratungsstelle stehen allen Krebsbetroffenen, Angehörigen und Interessierten aus der Herforder Region kostenfrei zur Verfügung.

Berater:
Mitarbeiter/innen der Abteilung für Psychoonkologie

Träger:
Kreis Herford
 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für Krebsbetroffene

Anfahrtskizze - Klinikum Herford

So erreichen Sie uns:

 
     
     

 

CARE SERVICE SCIENCE
Informationen für Psychoonkologen

Die Philosophie der im Gesundheitswesen tätigen Menschen bestimmt die Qualität ihrer Dienstleistungen.

Die Care-Service-Science-Philosophie beruht auf zwei Grundannahmen:
Annahme I: Im Gesundheitswesen ist es der klinisch Tätige, der die Qualität und die Kosten der Gesundheitsversorgung kontrolliert.
Annahme II: Der klinisch Tätige übt nicht allein einen Beruf aus, sondern fühlt sich auch zu seiner Tätigkeit "berufen".

Daraus folgt: Die Qualität und die Kosten von Dienstleistungen im Gesundheitswesen werden entscheidend von der Professionalität und Profession der Leistungserbringer beeinflußt. Die erworbene, hohe professionelle Kompetenz und das aktuelle persönliche Erleben prägen die, in der täglichen Routineversorgung erbrachten Gesundheitsleistungen.


Der klinisch Tätige handelt stets auf Grundlage seiner Erfahrung/Kompetenz und seines Erlebens der aktuellen Versorgungssituation.

    1. In seiner Kompetenz bringt er seine Kenntnisse aus Forschung, Technik und Praxis zum Ausdruck.
    2. In seinem Erleben zeigt sich, wie er - durch die aktuelle Begegnung mit dem betroffenen Patienten - selber betroffen wird und sich darüber als, an der Erkrankung und dem Leiden des Betroffenen, Beteiligter empfindet.

Der klinisch Tätige erbringt stets Leistungsformen und -ergebnisse, die den klinischen Erfordernissen und individuellen Bedürfnissen des Patienten genügen.

    1. Die Kompetenzen des klinisch Tätigen bringen die "hard facts" klinischer Tätigkeit hervor; die effiziente Leistungserbringung und das effektive Leistungsergebnis.
    2. Das Erleben des klinisch Tätigen bringt die "soft facts" klinischer Tätigkeit hervor; die individuelle Leistungserbringung und das patientenangemessene Leistungsergebnis.

Im Gesundheitswesen sind Professionalität und Profession, Objektivität und Subjektivität, "hard" und "soft facts" eng miteinander verflochten.
Daraus folgt:
Extern vorgegebene Vorschriften, Vorgaben und Kontrollen stellen nur die eine Seite der Medaille "Gesundheitsversorgung" dar. Sie müssen ergänzt werden durch intern, d.h. von den klinisch Tätigen einer lokalen Einrichtung, entwickelte Selbstverpflichtungen und Selbstkontrollen.
Erlebt der klinisch Tätige die Erfordernis, eine bestimmte Gesundheitsleistung einer bestimmten Vorgabe gemäß zu erbringen, so entsteht in ihm auch die Selbstverpflichtung, die Leistung vorgabengemäß umzusetzen. Kann er die Notwendigkeit der Kontrolle der Leistungserbringung zum Zwecke der Leistungsverbesserung nachvollziehen, so wird er das Potential der Selbstkontrolle schätzen.

Care-Service-Science unterstützt die Bildung innerer Selbstverpflichtung und förderlicher Selbstkontrolle.

Care: Dreh- und Angelpunkt des Care-Service-Science-Konzeptes sind die Arbeitsbedingungen des klinisch Tätigen und die Probleme und Bedürfnisse seiner Patienten (Versorgungspsychologie).

    1. Gut begründete Versorgungsleistungen repräsentieren die klinische Qualität der Versorgungsangebote einer lokalen Einrichtung.
    2. Was der Arzt, die Krankenschwester, der Psychologe oder der Sozialarbeiter in begründbarer Weise für ihre Arbeit benötigen, und
    3. was sich als Problem- und Bedürfnislage des Patienten belegen läßt, sind Ausgangspunkt seines Handelns.

Jede Versorgungsleistung oder jede -optimierung muß folglich von der Analyse der konkreten Versorgungspraxis ausgehen (Praxisanalyse).
Der klinisch Tätige und sein Patient sind in ihrer hervorgehobenen Bedeutung im Gesundheitswesen zu würdigen. Ihre Eingebundenheit in ein solidarisch finanziertes Gesundheitswesen erfordert zugleich die Beachtung der im Gesundheitssystem geltenden sozialen Spielregeln.

Service: Das zweite Hauptaugenmerk des Care-Service-Science-Konzeptes liegt in der "Handhabbarkeit" der begründbaren und belegbaren Versorgungsangebote (Versorgungsmanagement).

  • Technologisch optimierte Versorgungsleistungen repräsentieren die formale Qualität der Versorgungsangebote einer lokalen Einrichtung.
  • Was in begründbarer Weise benötigt wird, soll in technologische Instrumentarien überführt werden, und
  • was sich im Behandlungsverlauf als Bedürfnis- und Problemlage eines Patienten belegen läßt, soll den Versorgungsablauf organisieren.

Jede Versorgungsleistung und -optimierung muß folglich die konkrete Versorgungspraxis in ein Versorgungskonzept einbetten und dieses operationalisieren, um sicherzustellen, daß jeder Patient tatsächlich die Leistungen erhält, die ihm begründbar zukommen (Konzeptentwicklung).
Die klinische und Verwaltungsleitung einer lokalen Einrichtung erlangen somit Praxiskontrolle und Planungssicherheit.

Science: Die Synergieeffekte des Care-Service-Science-Konzeptes liegen in der vollen Ausschöpfung der Möglichkeiten, die klinische und formale Qualität des Versorgungsangebotes fortlaufend zu optimieren (Versorgungsforschung).

  • Klinisch begründete und technologisch optimierte Versorgungsleistungen sind die Voraussetzung einer "Forschung in Praxis".
  • Was in der konkreten klinischen Versorgungsrealität geleistet wurde, geht in die Versorgungsanalyse ein und
  • was sich in der Versorgungsanalyse als Stärke und Schwäche der Gesundheitsversorgung erweist, geht in die Optimierung der klinischen Versorgungspraxis ein.

Die Patienten und Kliniker sowie die klinische und Verwaltungsleitung, aber auch Organisationen wie die wissenschaftlichen Fachgesellschaften oder die Kostenträger erlangen volle Transparenz über die klinisch und formale Qualität des Versorgungsangebotes einer lokalen Einrichtung. Die Effizienz und Effektivität der klinischen Versorgungspraxis wird fortlaufend optimiert. Selbst für Behandlungsfälle und Versorgungsformen, denen keine oder nur unzureichend gesicherte Prozeß- und Ergebnisindikatoren zugrundeliegen, lassen sich "hard facts" erarbeitet.
Das Care-Service-Science-Konzept stellt eine wirkliche win-win-Situation für alle im Gesundheitswesen engagierten Personengruppen her.

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für
Psychoonkologen

Entwicklung des "Herforder Modells"

Mit dem Begriff "Herforder Modell" wird das Praxiskonzept der "psychoonkologischen Versorgung von Krebs betroffener Menschen" im Kreis Herford umschrieben. Das "Herforder Modell" repräsentiert den wesentlichen Aspekt des Förderschwerpunktes "Psychoonkologie" der CARINA Stiftung. Ziel des Förderschwerpunktes ist es, die Notwendigkeit und Praktikabilität sowie die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der psychoonkologischen Versorgung in akutmedizinischen Einrichtungen nachzuweisen.

Die Abteilung für Psychoonkologie wurde durch die am 16. August 1994 gegründete CARINA Stiftung Herford (vormals SULO Stiftung) ins Leben gerufen. Seit dem 1. Oktober 1995 nimmt die Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford ihre Aufgaben der psychoonkologischen Betreuung an Krebs erkrankter Menschen wahr.

Die Abteilung für Psychoonkologie ist eine organisatorisch und finanziell eigenständige Einrichtung innerhalb des Klinikums. Ihre Leistungen werden allen von Krebs betroffenen Patienten des Klinikums Herford angeboten. Zweck der Abteilung für Psychoonkologie ist die fachgerechte, unterstützende psychologische Begleitung von Patienten und deren Angehörigen im Klinikum Herford während und nach einer stationären oder ambulanten Krebstherapie.

Zu den klinischen Aufgaben der Abteilung für Psychoonkologie zählen die stationäre Patientenbetreuung im Liaison- und Konsildienst, die ambulante Weiterbehandlung der Patienten, die Angehörigenberatung, Gruppenangebote, Fortbildung und Supervision der Mitarbeiter des Klinikums Herford sowie die Vernetzung mit Selbsthilfegruppen und Fachdiensten. Zu den begleitenden Aufgaben zählen die Öffentlichkeitsarbeit sowie die kontinuierliche Optimierung der Patientenversorgung.
In den Jahren zwischen 1995 und 2000 verfolgte die Stiftung das Ziel der Implementierung und Etablierung einer Abteilung für Psychoonkologie an einem Krankenhaus des Regelversorgung. Seit 2001 steht die Optimierung der psychoonkologischen Versorgung im Vordergrund.

Die Implementierung der psychoonkologischen Versorgung am Klinikum Herford wurde von Professor Dr. Dr. F.A. Muthny (Institut für Medizinische Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) betreut. Zwischen Oktober 1995 und Oktober 1997 erfolgte der Aufbau der psychoonkologischen Abteilung und der psychoonkologischen Patientenversorgung am Klinikum Herford sowie die Begleitforschung zu Inanspruchnahme, Bedarf und Nutzen (Muthny et al., 1998).

Ergebnisse der Begleitforschung (zur näheren Darstellung und Diskussion der Ergebnisse vgl. Muthny et al., 1998):

  • Bei etwa 1200 stationären Aufnahmen pro Jahr wurden bereits im Zeitraum der Implementierungsphase mit 300 Patienten psychoonkologische Versorgungsleistungen durchgeführt. (Die aktuellen Versorgungszahlen entnehmen Sie bitte den Jahresberichten)
  • Bei ca. 30% der stationär aufgenommenen Patienten konnte auf Grundlage deren "psychoonkologischer Leitproblematik" ein psychoonkologischer Versorgungsbedarf festgestellt werden.
  • Bereits während der Implementierungsphase wurde der Nutzen psychoonkologischer Versorgung von 55% des ärztlichen und pflegerischen Teams als stark bis sehr stark bewertet.
  • Die Zufriedenheit des medizinischen und pflegerischen Behandlungsteams hinsichtlich der psychoonkologischen Kooperation wurde mit 78% bzw. 64% als hoch bis sehr hoch bewertet.

Insgesamt konnte die Implementierungsphase durch die Begleitforschung als gelungen bestätigt werden (vgl. Muthny et al., 1998). In Folge der Implementierungsphase erhielten die therapeutischen Mitarbeiter unbefristete Arbeitsverträge durch die CARINA Stiftung.

Die Etablierung der psychoonkologischen Versorgung am Klinikum Herford übernahm Frau Dr. phil. Ute Schlömer-Doll (Leiterin der Abteilung für Psychoonkologie am KKH). In den Jahren 1997 bis 2000 etablierte das Team der Abteilung für Psychoonkologie

  • die stationäre und ambulante psychoonkologische Betreuung für Patienten und Angehörige,
  • die Musik- und Kunsttherapie
  • Gruppenangebote zur Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung,
  • den "Arbeitskreis psychosoziale Krebsnachsorge",
  • die Öffentlichkeitsarbeit durch die Abteilung für Psychoonkologie

Die Etablierungsphase wurde durch Prof. Dr. Nagel (Klinik für Tumorbiologie Freiburg) in einem ausführlichen Gutachten evaluiert. Dabei wird der Abteilung für Psychoonkologie bescheinigt, wesentliche Bestandteile eines flächendeckenden, psychoonkologischen Versorgungsmodells für das Einzugsgebiet des Klinikums Herford entwickelt und die Voraussetzungen eines Kompetenzzentrums (Center of Excellence) größtenteils erfüllt zu haben. In Folge der Etablierungsphase verfolgt die CARINA Stiftung das Ziel der Optimierung des Erreichten, um den Anforderungen der Qualität, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Gesundheitsleistungen zu entsprechen.

Die Optimierung der psychoonkologischen Versorgung am Klinikum Herford übernahm seit Februar 2001 Herr Dr. phil. Michael Kusch (Leiter der Abteilung für Psychoonkologie am KKH). Zu den zentralen Optimierungsbereichen zählen

  • die Entwicklung des computergestützten Managementsystems Psychoonkologie "CMP" (auf Basis des seit 2000 in Anwendung befindlichen Patientendokumentationssystems),
  • die Entwicklung einer "Psychoonkologischen Case Managementstrategie" im stationären und ambulanten Versorgungssektor (auf Basis der seit 1997 etablierten stationären und ambulanten Versorgungsstrukturen),
  • die Kooperation mit regionalen Arztnetzen zur Umsetzung der integrierten psychoonkologischen Versorgung (in Ergänzung zum 1998 gegründeten "Arbeitskreis psychosoziale Krebsnachsorge") sowie
  • die Qualitätssicherung und Versorgungsforschung (in Ergänzung zur Basisdokumentation und Begleitforschung der Abteilung für Psychoonkologie).

Grundlage der Optimierungsbestrebungen bildet das Care-Service-Science-Konzept (Kusch et al., 2001). Care-Service-Science ist ein lokaler Managementansatz, der die Aufgaben der täglichen Routineversorgung einer Abteilung oder lokalen Einrichtung mit den formalen Anforderungen des Qualitätsmanagements in einer Form verbindet, die Versorgungsforschung ermöglicht und dadurch die kontinuierliche klinische Optimierung der geleisteten Patientenversorgung sicherzustellen hilft.

Die Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford verfolgt das Ziel der integrierten, sektorenübergreifenden psychoonkologischen Betreuung von Krebs betroffener Menschen.

  • Kompetenzen: Die Teammitglieder verfügen über abgeschlossene Therapieausbildungen in Gesprächspsychotherapie, Verhaltenstherapie und Hypnotherapie, das Weiterbildungszertifikat Psychoonkologie der Deutschen Krebsgesellschaft sowie über zahlreiche Qualifikationen im Bereich der Psychoonkologie, der Gesundheitsförderung, des Qualitätsmanagements sowie der Versorgungsforschung.
  • Arbeitsschwerpunkte: Zu den Arbeitsschwerpunkten des psychoonkologischen Teams zählen die stationäre und ambulanten Patientenversorgung, die Supervision der medizinischen und pflegerischen Behandlungsteams am KKH, Gruppenangebote zur Krankheitsverarbeitung und Gesundheitsförderung, die sektorenübergreifenden psychoonkologischen Betreuungsangebote, klinikintern und regional angebotene Fortbildung, sowie die Öffentlichkeitsarbeit.
  • Arbeitsstruktur: Die psychoonkologische Patientenversorgung erfolgt im Liaison- und Konsildienst am Klinikum Herford. Die Mitarbeiter sind täglich auf den Stationen präsent. Jeder in stationärer onkologischer Behandlung befindliche Patient des KKH wird bedarfsgerecht psychoonkologisch versorgt. Die Einbindung in die Versorgungsorganisation des Klinikums Herford ermöglicht, dass die Mitarbeiter der Abteilung für Psychoonkologie täglich über die stationäre Aufnahme aller onkologischen Patienten informiert sind. Ambulant aufgenommene Patienten werden nach Bedarfsermittlung durch den/die verantwortlichen Arzt/Pflegekraft an die Abteilung für Psychoonkologie vermittelt. Die Planung der Patientenversorgung basiert auf einem übergeordneten patientenorientierten Prozeßmanagementsystem, wobei die stets erforderliche Individualisierung dem verantwortlichen Psychoonkologen unterliegt. Jedes Patientengespräch wird im CMP als direkte, jedes patientenbezogene Gespräch mit dem medizinischen und pflegerischen Behandlungsteam wird als indirekte Versorgungsleistung dokumentiert. Die CMP-basierte Versorgungsdokumentation schließt Stammdaten, diagnostische, indikationsbezogene, interventive und evaluative Informationen ein. Vorstationäre und nachstationäre psychoonkologische Versorgungsangebote sind über die Kooperation mit regionalen Arztnetzen möglich.

Versorgungsansätze: Die Abteilung für Psychoonkologie verfolgt einen integrativen und sektorenübergreifenden Ansatz.

  • Der integrative Ansatz: Die psychoonkologischen Betreuungsangebote der Abteilung verfolgen primär das Ziel, jedem von Krebs betroffenen Menschen individuelle "Hilfen zur Selbsthilfe" zu vermitteln. Die entsprechenden Hilfestellungen und Angebote der Abteilung richten sich jedoch nicht nur an die Patienten, sondern gleichermaßen an deren Angehörige, die Mitglieder des klinischen Personals sowie Personen und Institutionen des Kreises Herford, die mit der Betreuung von Krebs betroffener Menschen befasst sind. Darüber hinaus sind die Hilfestellungen und Angebote nicht nur auf den Bereich der psychoonkologischen Behandlung begrenzt, sondern beziehen die Patienteninformation und -aufklärung, die Patientenunterstützung und -anleitung sowie kreative Therapieansätze als Mittel der Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung ausdrücklich ein.
  • Der sektorenübergreifende Ansatz: Das Engagement der Abteilung ist auf den stationären Versorgungssektor bezogen, schließt aber sowohl den vorstationären als auch den ambulanten und gemeindenahen Sektor der Betreuung von Krebs betroffener Menschen mit ein. Das Engagement findet in ambulanten Gruppenangeboten zur Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung, in der Vernetzung mit regionalen Selbsthilfegruppen, Institutionen, Organisationen durch den Arbeitskreis "Psychosoziale Krebsnachsorge" sowie der Kooperation mit Arztnetzen des Kreises Herford ihren Ausdruck.

Koordination: Zur Sicherstellung des organisatorischen Ablaufes der Abteilung, der Ansprechbarkeit für Krebsbetroffene des Klinikums sowie des Kreises wurde eine Koordinationsstelle eingerichtet. Die Koordinatorin vernetzt den stationären mit dem ambulanten und nachstationären Versorgungsbereich und ermöglicht somit die schnelle und unbürokratische Hilfe in allen Fragen der psychoonkologischen und psychosozialen Versorgung von Krebs betroffenen Menschen in der Herforder Region.

Psychoonkologisches Versorgungsangebot: Die psychoonkologische Versorgung erfolgt im Rahmen der "Hilfe zur Selbsthilfe". Hilfen zur Selbsthilfe befähigen krebskranke Menschen zu autonomen Entscheidungen zu gelangen, ihre Lebensumstände zu erfassen und aktiv zu bewältigen. Das Konzept der "Hilfe zur Selbsthilfe" bietet folgende klinisch-psychologische Maßnahmen, die je nach Bedarf durchgeführt werden.

Patienteninformation und -aufklärung: Der krebskranke Mensch wird in seinem Verarbeitungsprozeß des Erahnens, Verstehens, Begreifens und Bewältigens seiner persönlichen Lebensumstände aktiv informiert und aufklärt. Zu den entsprechenden psychoonkologischen Leistungen zählen:

  • Information anhand von Informationsbroschüren/-materialien
  • Informations- und psychoonkologisches Aufklärungsgespräch
  • Psychoonkologische Begleitgespräche im Krankheits- und Behandlungsverlauf

Patientenunterstützung und -anleitung : Der krebskranke Mensch wird in seiner individuellen Auseinandersetzung mit den medizinischen, pflegerischen und psycho-sozialen Anforderungen seiner Erkrankung und Therapie aktiv unterstützt und angeleitet. Zu den entsprechenden psychoonkologischen Leistungen zählen:

  • Psychoedukative Leistungen (als patientenbezogene Unterstützung im Krankheits- und Behandlungsverständnis)
  • Schmerzintervention
  • Psychoonkologische Unterstützung und Anleitung bei medizinischen und pflegerischen Maßnahmen
  • Anbahnungsgespräch zur sozialrechtlichen Beratung
  • Gruppenangebote (als nicht-psychotherapeutische Leistungen)

Psychotherapeutische Behandlung: Der krebskranke Menschen wird begleitend zu seiner medizinischen Therapie und seinem Krankheitsverlauf psychotherapeutisch behandelt. Die entsprechenden Maßnahmen der gemeinsamen Aufarbeitung begleiten ihn in dem Prozess der Bewältigung seiner individuellen Belastungssituation. Zu den Maßnahmen zählen:

  • Psychotherapeutisches Erstgespräch (Diagnosefindung und Kontaktgespräch)
  • Psychotherapeutische Behandlungsgespräche
  • Krisenintervention
  • Palliativbetreuung
  • Psychotherapeutisch ausgerichtete Gruppenangebote

Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Der krebskranke Mensch erhält nicht nur psychoonkologische Versorgungsangebote der Abteilung für Psychoonkologie, sondern wird auch durch das medizinische und pflegerische Behandlungsteam psychosozial betreut. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird durch folgende Maßnahmen gewährleistet:

  • Supervision (als Einzel- und Teamsupervision)
  • Team- und Übergabegespräche
  • Kooperation in der Therapieplanung und -durchführung (bei psychosozialen Aspekten)
  • Kooperation in der Pflegeplanung und -durchführung (bei psychosozialen Aspekten)


Öffentlichkeitsarbeit:
Mit dem Ziel, den drohenden Stigmatisierungen von Krebs betroffenen Menschen und den Berührungsängsten mit ihnen entgegen zu wirken, fördert die Abteilung die öffentliche Diskussion des Themas "Leben mit Krebs". Wenn Stigmatisierung die Folge von Vermeiden und Schweigen ist, dann wirken ihr Nähe und Austausch entgegen. Mit der "Orientierungshilfe für Krebsbetroffene", Vorträgen, Veröffentlichungen, Symposien und dem Patientenkongress regt die Abteilung für Psychoonkologie zu Kontakt und Diskussion mit Krebsbetroffenen an. Die als "Orientierungshilfe für Krebsbetroffene" im Kreis Herford bekannte Informationsbroschüre kann von der Abteilung für Psychoonkologie am KKH angefordert werden; derzeit wird diese Broschüre überarbeitet.

Gesellschaftliche Verantwortung: Mit dem Begriff "Herforder Modell" verbindet die Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford die Vorstellung, dass definierte psychoonkologische Versorgungsleistungen als "psychoonkologischer Versorgungsstandard" in der Akutmedizin und darüber hinaus allen von Krebs betroffenen Menschen und deren Angehörigen angeboten werden sollten.

Das Team der Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford sieht sich verpflichtet, den hohen Anforderungen an die klinische und formale Qualität psychoonkologischer Leistungserbringung zu entsprechen. Nähere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte unserer "Selbstverpflichtung", hier in unserer Homepage.

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für
Psychoonkologen

VERSORGUNGSMANAGEMENT

"Grundsätzlich ist Qualitätssicherung lediglich das Dafürsorgen, daß eine erreichbare Versorgungsqualität auch tatsächlich erreicht wird, also keine Wissenschaft" (Selbmann, 1995)

Einrichtungen des Gesundheitswesens sind hochkomplexe Systeme, in denen die Leistungserbringer "Hand in Hand" arbeiten müssen, um ihr Produkt - die Gesundheitsleistung - hervorzubringen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Personen, und darüber auch zwischen Abteilungen und lokalen, klinischen Einrichtungen, setzt Angemessenheit, Verläßlichkeit und Vorhersagbarkeit des klinischen Handelns voraus.

Das Management von Angemessenheit, Verläßlichkeit und Vorhersagbarkeit ist für drei Bereiche relevant:

  • Care: Jede Personengruppe im Gesundheitswesen hat ein hohes Interesse daran, daß eine spezifische Problem- und Bedürfnislage des Kunden "Patient" angemessen behandelt wird ("doing the right thing"), und sie muß sich darauf verlassen können, daß eine Versorgungsleistung tatsächlich so erbracht wird, wie sie erbracht werden sollte ("doing the right thing right"),
  • Service: Den Leistungserbringern sind Instrumentarien an die Seite zu stellen, anhand derer sie ihre Leistungserbringung (voraus-)planen (Auswahlleitlinien) und zuverlässig erbringen können (Ausführungsleitlinien). Aber auch die Leistungsempfänger und Kostenfinanzierer sind an solchen Instrumenten interessiert, da diese die Behandlungsplanung und Durchführung vorhersagbarer gestalten.
  • Science: Die Leistungsempfänger und Leistungsfinanzierer müssen Rechenschaft darüber erhalten (können), ob die Gesundheitsleistungen tatsächlich so erbracht wurden, wie vorgesehen (Processmeasurement und -management), und ob tatsächlich die avisierten Gesundheitsziele erreicht wurden (Outcomemeasurement und -management).

Stets ist es so, daß in der klinischen Versorgungsrealität der Leistungserbringer und der Leistungsempfänger aus den potentiell möglichen Gesundheitsleistungen diejenigen auswählen, die sie für angemessen halten. Stets ist es so, daß beide die Intensität, Art, Häufigkeit und Dauer einer Versorgungsleistung, und darüber ihre Kosten determinieren.

Dem Kliniker und seinem Patienten kann die Auswahl von Gesundheitsleistungen nicht vorgeschrieben, sondern nur nahegelegt werden, und beide können auch nicht für das letztendliche Gesundheitsziel verantwortlich gemacht werden. Sie sind aber sehr wohl für das angemessene Erbringen der Gesundheitsleistung verantwortlich, haben sie sich einmal für einen bestimmten Leistungsinhalt und eine bestimmte Leistungsform entschieden. Dies rechtfertigt es, beiden die Wahl von Versorgungsleistungen in die Hände zu legen, jedoch die Erbringung einer einmal ausgewählten Leistung vorzugeben (Versorgungsmodule).

Liegen keine harten Ergebnisindikatoren für Gesundheitsleistungen vor, so kann die Wahl der Versorgungsleistung kaum vorgeschrieben werden. In solchen Fällen sind die Prozeß- und Ergebnisqualität der Leistung zudem nicht korreliert. Bei guter Leistungserbringung können dennoch schlechte Gesundheitsergebnisse auftreten, und bei schlechter Leistungserbringung sind oftmals dennoch gute Gesundheitsergebnisse beobachtbar.

Ein modular aufgebautes Versorgungskonzept gibt dem Kliniker größtmögliche Entscheidungsfreiheit und erlaubt es, die Prozeßanteile von den Ergebnisanteilen eines erreichten Gesundheitszieles zu trennen und darüber Kontrolle über die Angemessenheit und Verläßlichkeit der klinischen Routineversorgung zu erlangen.
Die Gesundheitsformel ist dabei dennoch denkbar einfach: Hohe Prozeß- und Ergebnisqualität ist eine Funktion aus hoher klinischer und hoher formaler Qualität der Gesundheitsleistung.

  • Die Versorgungspsychologie stellt dabei eine hohe klinische Versorgungsqualität sicher. Sie ermöglicht die Spezifikation mit wem , wer , warum , was , wann und mit welchem Ziel tun soll.
  • Das Versorgungsmanagement stellt dabei eine hohe formale Versorgungsqualität sicher. Sie ermöglicht die Spezifikation wie die konkrete Leistungserbringung zum Zwecke der Prüfung zu dokumentieren ist.
  • Die Versorgungsforschung stellt dabei die Prüfung sowohl der klinischen wie auch der formalen Versorgungsqualität sicher. Sie ermöglicht die Spezifikation wie die konkrete Leistungserbringung optimiert werden kann.

Das Versorgungsmanagement befaßt sich mit dem "wie" , d.h. mit der "Technologisierung" klinischer Versorgungsleistungen. Drei Aufgaben sind dabei zentral:

  1. Formulierung von Auswahlleitlinien: Es geht im wesentlichen um eine Antwort auf die Frage: Warum , wer etwas mit wem tun soll. Dies entspricht der Spezifikation von Diagnostik und Indikation.
  2. Formulierung von Ausführungsleitlinien: Es geht im wesentlichen um eine Antwort auf die Frage: Was jemand tun soll. Dies entspricht der Spezifikation der Intervention.
  3. Konstruktion von Versorgungsdokumenten. Es geht im wesentlichen um eine praktikable Dokumentation der Leistungsaspekte der Diagnostik, Indikation, Intervention und Evaluation.

Versorgungsmodule
Versorgungsmodule sind technologische Instrumentarien, mit denen sich eine Versorgungsleistung

    1. dem Patienten gegenüber als transparent,
    2. dem Kliniker gegenüber als sinnvoll und praktikabel und
    3. dem Finanzierer gegenüber als effizient darstellen läßt.

Werden Versorgungsmodule in einem Konzept der klinischen Versorgungsforschung umgesetzt, so kann anhand der erhobenen Daten.

    1. dem Patienten der individuelle Nutzen,
    2. dem Kliniker die Angemessenheit und
    3. dem Finanzierer die Effizienz verdeutlicht sowie
    4. die klinische Versorgungsrealität fortlaufend optimiert werden.

Aber: "Don´t make perfect the enemy of good."

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für
Psychoonkologen

VERSORGUNGSPSYCHOLOGIE

""Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!" (Erich Kästner)

In der klinischen Versorgungsrealität sind Medizin und Pflege, Psychologie und Sozialarbeit im wesentlichen Aktivitäten, die von Menschen erbracht werden.
Allen Gesundheitsleistungen liegen sowohl kompetentes Handeln als auch persönliches Erleben zugrunde.

Die Erbringung von Gesundheitsleistungen im klinischen Versorgungsalltag läßt sich daher am ehesten psychologisch verstehen und erklären.

  • Warum Leistungen erbracht werden, hängt von der persönlichen Motivation des Klinikers und seines Patienten ab. Was die persönliche Problem- und Bedürfnislage eines Patienten mit dem Wissen und Können des Klinikers verbindet, ist das Inanspruchnahmeverhalten des Patienten und die Leistungsbereitschaft des Klinikers.
  • Welchen Inhalts die Leistungen sind, hängt von der beruflichen Kompetenz des Klinikers und der Akzeptanz seiner klinischen Entscheidungen durch den Patienten ab. Was die Diagnose- und Entscheidungsfindungsprozesse des Klinikers mit der Kooperationsbereitschaft des Patienten verbindet, ist die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Behandlungsprozesse und die Einsichtsfähigkeit des Patienten.
  • Wie die Leistungen erbracht werden, ist abhängig von der Kompetenz und dem persönlichen Erleben des Klinikers und der Einsichtsfähigkeit und dem persönlichen Erleben seines Patienten. Was die Umsetzung einer Intervention durch den Kliniker mit der aktiven Mitarbeit des Patienten verbindet, ist deren tragfähiges Vertrauensverhältnis.

Es ist der Leistungserbringer, der in der klinischen Versorgungsrealität die Gründe, die Inhalte und die Art der Leistungserbringung bestimmt. Es ist der Leistungsempfänger, der in der klinischen Versorgungsrealität die Gründe, die Inhalte und die Art der Leistungserbringung annimmt. Beide sind es daher auch, die die Effektivität und Effizienz der Gesundheitsversorgung kontrollieren; und damit das Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Gleichgültig, wieviel Ressourcen einem Gesundheitssystem zur Verfügung stehen, ändert sich an diesen Zusammenhängen nichts.

Versorgungspsychologie
Die Versorgungspsychologie betrachtet die Gesundheitsversorgung aus psychologischer Perspektive. Sie verbindet die klinische Versorgungstätigkeit unter lokalen Praxisbedingungen mit den Anforderungen und Erkenntnissen aus Forschung und Wissenschaft sowie Qualitäts- und Versorgungsmanagement.
Die Versorgungspsychologie befaßt sich mit dem "wahrgenommenen Passen" ("phenomenal fit") zwischen

  • der beruflicher Kompetenz des Leistungserbringers, der Problem- und Bedürfnislage des Patienten sowie der klinischen Evidenz des Leistungsinhaltes (klinische Notwendigkeit von Dienstleistungen),
  • der persönlichen Arbeitsmotivation des Leistungserbringers, der gewünschten Lebensqualität des Kunden "Patient" und den geltenden Vorgaben einer lokalen Einrichtung (klinische Qualität von Dienstleistungen) und
  • der Arbeitssituation des Leistungserbringers, den Erwartungen des Kunden "Patient" an die Einrichtung sowie der Einrichtungsphilosophie (Servicequalität von Dienstleistungen).

Aufgabe der Versorgungspsychologie ist es, die verschiedenen Dienstleistungen und ihre "Passung" zu identifizieren und zu definieren, um eine hohe Qualität der klinischen Versorgung zu sichern ("doing the right thing").
Für ihre Aufgabe entwickelt die Versorgungspsychologie eigene Konzeptionen.

  • Die Praxisanalyse: Es wird analysiert, wer, was, wie, wann, warum, mit wem und mit welchem Ziel tut. Sinnvolle Versorgungselemente werden zu Versorgungsmodulen zusammengefaßt. Sinnvolle Versorgungsmodule werden in eine Versorgungsablauforganisation gebracht.
  • Die Wissengenerierung: Es wird das zu einem Versorgungsmodul und der entsprechenden Versorgungsablauforganisation vorhandene klinische Wissen zusammengetragen (evidence based medicine, critical pathways).
  • Die Konzeptualisierung: Die Erkenntnisse der Praxisanalyse und Wissengenerierung werden in einem Versorgungskonzept zusammengetragen (scientific disease management).

Diese Leistungsaspekte bilden die Grundlage für das Versorgungsmanagement, die Versorgungsforschung und die Praxisoptimierung.

  • Versorgungsmanagement: Aufgabe ist es, operationale, formal-technologische Instrumentarien (Versorgungsdokumente) zu erstellen, anhand derer das Versorgungskonzept in der täglichen Routineversorgung realisiert werden kann.
  • Versorgungsforschung: Aufgabe ist es, die tägliche Routineversorgung wissenschaftlich zu begleiten (science in practice).

Praxisoptimierung: Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Versorgungsforschung lenken die Optimierung der Versorgungspraxis.

"There´s no better practice, than working on the basis of a theory!"

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für
Psychoonkologen

VERSORGUNGSFORSCHUNG

"Es ist sehr wichtig, sich darüber klar zu werden, was für ein ungeheurer Unterschied besteht zwischen einem bloß subjektiv oder privat gedachten oder für wahr gehaltenen Gedanken, und demselben Gedanken, der sprachlich (oder vielleicht sogar schriftlich) formuliert ist und somit der öffentlichen Diskussion unterbreitet werden kann. ... Sie (eine Behauptung) wird objektiviert: Sie kann von anderen, aber auch von mir selber versuchsweise bejaht, aber auch versuchsweise verneint werden; die Gründe für und wider können abgewogen und diskutiert werden; und es kann zu einer Parteienbildung für und wider die Vorhersage kommen" (Popper,1972).

All jene lokalen klinischen Einrichtungen des Gesundheitswesens, die sich einer hohen klinischen Versorgungsqualität erfreuen, verfügen über harte Ergebnisindikatoren, die durch Studien zur Effektivität und Effizienz der Gesundheitsleistungen fundiert sind. Darüber hinaus sind die Mittel und Wege bekannt, mit denen die Gesundheitsziele erreicht werden. Folglich sind auch die Kosten und der Nutzen gut zu kalkulieren.
All jene lokalen klinischen Einrichtungen des Gesundheitswesens, die sich auf einem beschwerlichen Weg hin zur hohen klinischen Versorgungsqualität befinden, sind sich ihrer weichen Ergebnisindikatoren zuweilen schmerzlich bewußt. Hier liegen nur wenige klinische Studien zur Effektivität und Effizienz der Gesundheitsversorgung vor oder aber die Ergebnisse sind uneindeutig. Unklarheit herrscht darüber, welche Mittel und Wege der Leistungserbringung zu wählen und welche Gesundheitsziele anzustreben sind. Folglich sind auch die Kosten und der Nutzen nur unzureichend zu kalkulieren.

Gesundheitsziele sollen der Orientierung und Steuerung im Gesundheitswesen dienen.
Werden in einer Einrichtung Erkrankungen behandelt, bei denen die harten Ergebnisindikatoren bekannt sind, so genügt es sicherzustellen, daß die vorgegebenen Versorgungsleistungen so erbracht werden, wie vorgeschrieben.
Werden Erkrankungen behandelt, bei denen harte Ergebnisindikatoren noch nicht vorliegen, oder ein Ergebnis sich als multifaktoriell bedingt erweist, so ist die Problemlage völlig anders gelagert. Hier ist eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Leistungsangebote auf hohem Niveau vorzuhalten und den patientenspezifischen Problem- und Bedürfnislagen angemessen anzubieten. Hier kann sich ein Leistungsangebot oftmals erst im Nachhinein als effektiv erweisen, und hier zeigt sich dem Kliniker erst nach langjähriger klinischer Erfahrung, bei welchen Problem- und Bedürfniskonstellationen welche Leistungsangebote am effektivsten und effizientesten anzubieten sind. Gewöhnlich liegen zu wenig und nur unsystematisch erhobene Daten vor, um aus positiven Behandlungsverläufen zu lernen, und gewöhnlich sind es die besten und klinisch sehr erfahrenen Kollegen, die ihre Arbeit am Patienten verlassen (müssen).

Erst wenn eine Einrichtung sich zu einem "Center of Excellence" entwickelt und ein "clinical learning environment" schafft, werden Versorgungskonzepte und Dokumentationssysteme erarbeitet, die ein abteilungsinternes, patientenbezogenes "Benchmarking" erlauben und die klinische Kompetenz der Kollegen kumulieren.
Liegt ein konzeptgesteuertes, modular aufgebautes und datengestütztes System der Patientenversorgung vor, so kann jede Einrichtung die relativ einfachen Methoden der Versorgungsforschung einsetzen und zu einem "Center of Excellence" werden.

Die Aufgaben der Versorgungsforschung umfassen die folgenden Bereiche:

  1. Erprobung : In einem definierten Zeitraum werden konsekutiv aufgenommene Patienten auf Basis aktuell verbindlicher Versorgungsmodule versorgt. Zusätzlich wird eine versorgungsbegleitende prä-/ post-Messung durchgeführt.
  2. Evaluation : Die gewonnenen Daten aus der klinischen Routineversorgung werden auf Grundlage spezifischer Evaluationskriterien ausgewertet und interpretiert.
  3. Optimierung : Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Versorgungspsychologie und das Versorgungsmanagement ein.

Die kontinuierliche Optimierung der Versorgungspraxis wird zu einer Selbstverständlichkeit, schafft Vertrauen bei dem Kunden, stärkt die Versorgungskompetenz der klinisch Tätigen und ist beste Argumentationshilfe in sämtlichen Vertragsverhandlungen.

"You can not manage, what you can not measure!"

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Informationen für
Psychoonkologen

PATIENTENDOKUMENTATION - CMP-System

Computergestütztes Managementsystem Psychoonkologie
C M P

Die Abteilung für Psychoonkologie dokumentiert seit ihrer Gründung im Jahre 1995 die erbrachten Versorgungsleistungen. Seit dem Jahre 1999 verfügt sie über ein in Access®-programmiertes Dokumentations- und Auswertungssystem (PAT-DOK). Dieses Dokumentationssystem bildet die Grundlage des seit Februar 2001 in Entwicklung befindlichen Computergestützten Managementsystems Psychoonkologie (CMP).

Die Aufgabe des CMP ist es, die psychoonkologische Versorgung von Krebs betroffenen Menschen zu dokumentieren (klinische Versorgungsqualität) und zugleich die Leistungserbringung zu planen, zu lenken und zu prüfen (formale Versorgungsqualität).

Sicherstellung der klinischen Versorgungsqualität anhand des CMP
Das CMP geht von dem Konzept der "therapieorientierten Diagnostik" nach Wittchen (1999) und dem Konzept der "Kontrollierten Praxis" nach (Petermann, 1999) aus. Danach ermöglicht ein geordnetes Vorgehen aus Diagnostik, Indikation, Intervention und Evaluation die klinische Therapieplanung sowie die klinische Therapieverlaufs- und -effektivitätskontrolle.

Sicherstellung der formalen Versorgungsqualität anhand des CMP
Das CMP basiert auf dem Care-Service-Science-Konzept (Kusch et al., 2001), wonach EDV-gestützte Dokumentationssysteme die Managementanforderungen der Planung, Lenkung und Prüfung klinischer Leistungen erfüllen können. Das CMP ist zweiteilig aufgebaut, bestehend aus einem übergeordneten Dokumentations- und einem Auskunftsmodul. Die folgende Abbildung soll die innere Struktur des Systems verdeutlichen:

Das Dokumentationsmodul besteht aus folgenden Teilen:

  • Zugangsmodul
    Start des CMP-Patientendokumentationssystems oder Start der automatischen statistischen Auswertung. Das CMP-Zugangsmodul erlaubt über das Eingabefeld den Zugang zu den Modulen der Leistungsdokumentation und über Auswahlbuttons den Zugang zu den Auskunftsmodulen.
  • Stammdatenmodul
    Erfassung administrativer Informationen neu in das CMP aufgenommener Patienten/Angehöriger. Das CMP-Stammdatenmodul besteht aus den Rubriken der Kopfzeile, der Personendaten, der Patientendaten bei Angehörigenbetreuung sowie der administrativen Daten. Dokumentiert werden für die administrative Versorgungsablauforganisation relevante Informationen.
  • Diagnostikmodul
    Erfassung relevanter medizinischer, psychologischer und krankheitsbedingter Informationen neu in das CMP aufgenommener Patienten/Angehöriger. Das CMP-Diagnostikmodul besteht aus den Rubriken der Kopfzeile sowie der a) medizinischen, b) psychologischen und c) krankheitsbedingten Diagnostik. Dokumentiert werden für die klinische Versorgungsablauforganisation relevante Informationen.
  • Indikationsmodul
    Darstellung therapierelevanter administrativer (Stammblatt) und diagnostischer (Diagnostik) Informationen von neu in das CMP aufgenommenen sowie bereits behandelter Patienten/Angehöriger. Das CMP-Indikationsmodul besteht aus den Rubriken der Kopfzeile, der Stammdaten, der diagnostischen Daten, der Interventionsdaten sowie der administrativen Daten. Dargestellt werden für die psychoonkologische Indikationsstellung und Therapieplanung relevante Informationen.
  • Interventionsmodul
    Erfassung therapeutischer Informationen neu aufgenommener und bereits in Therapie befindlicher Patienten/Angehöriger. Das CMP-Interventionsmodul besteht aus den Rubriken der Kopfzeile, der administrativen Daten, der Interventionsdaten sowie den Evaluationsdaten. Dokumentiert werden für die psychoonkologische Therapie und Therapieplanung sowie die Verlaufsevaluation relevante Informationen.
  • Evaluationsmodul
    Erfassung und Darstellung administrativer, diagnostischer und therapeutischer Informationen behandelter Patienten/Angehöriger (in Entwicklung). Das CMP-Evaluationsmodul besteht aus den Rubriken der Kopfzeile, der administrativen, diagnostischen und Interventionsdaten. Dokumentiert werden für die psychoonkologische Therapieevaluation relevante Informationen.

Allen Dokumentationsmodulen ist bzw. wird die Darlegung der formalen und klinischen Qualitätsmerkmale hinterlegt, so daß die CMP-Dokumentationsmodule zukünftig den Güteanforderungen entsprechen.

Das Auskunftsmodul besteht aus den Modulteilen:

  • Administrationsmodul
    Kumulative Darstellung organisatorischer sowie abrechnungsbezogener Informationen.
  • Klinikmodul
    Kumulative und fallbezogene Darstellung klinisch relevanter Versorgungsdaten für die Indikationsstellung und figurationsanalytische Auswertung.
  • Qualitätssicherungsmodul
    Vergleichende Darstellung administrativer und klinischer Informationen.

Bislang sind detaillierte Abfragemöglichkeiten auf Basis von 2.500 Patienten/innen und ca. 12.000 Betreuungskontakten möglich, weitere befinden sich in Entwicklung.
Allen Auskunftsmodulen ist bzw. wird die Darlegung der formalen und klinischen Qualitätsmerkmale hinterlegt, so daß die CMP-Auskunftsmodule zukünftig den Anforderungen des Qualitätsmanagements genügen werden.


Literatur
Wittchen, H.-U. (1999). Therapiebezogene Diagnostik. In: R. S. Jäger & F. Petermann (Hrsg.), Psychologische Diagnostik. Ein Lehrbuch. Weinheim: Psychologie Verlags Union.

Petermann, F. (1999). Kontrollierte Praxis. In: Jäger, R. S., F. Petermann (Hrsg.): Psychologische Diagnostik. Weinheim: Psychologie Verlags Union

Kusch, M., Kanth, E. & Labouvie, H. (2001). Das Care-Service-Science-Konzept: Ein Beitrag zur Verbindung von Versorgung, Management und Forschung in der Pädiatrie. In: R. Frank & B. Mangold (Hrsg.), Psychosomatische Grundversorgung bei Kindern und Jugendlichen. Stuttgart: Kohlhammer.

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
Leitbild

SELBSTVERPFLICHTUNG

Die Kollegen/innen der Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford haben Konsens darüber, auf Grundlage welcher Merkmale sie ihre Arbeit mit an Krebs betroffenen Menschen und ihren Angehörigen erbringen.
Sie verpflichten sich selbst auf den, im kollegialen Diskurs entwickelten und schriftlich festgelegten Konsens und bringen ihn in der hier dargelegten "Selbstverpflichtung der Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford " zum Ausdruck. Die Selbstverpflichtung ist eingebettet in übergeordnete Rahmenbedingungen der Abteilung für Psychoonkologie.

Die insgesamt neun Punkte der Konsensbildung sind in persönlich gehaltener Form formuliert und stellen dadurch den besonderen Charakter einer Selbstverpflichtung dar. Jeder der neun Punkte ist weitergehend schriftlich präzisiert. Diese Präzisierung liegt in der Abteilung für Psychoonkologie am Klinikum Herford aus und kann dort jeder Zeit eingesehen werden.

Die Stellungnahmen zur Selbstverpflichtung werden auf regelmäßiger Basis weiterentwickelt und jährlich überarbeitet.

    1. Die Würde, Autonomie und Sicherheit des an Krebs erkrankten Menschen haben für uns Priorität.
    2. Unser gesamtes Handeln orientiert sich an den persönlichen Lebensumständen und individuellen Bewältigungsbemühungen des an Krebs erkrankten Menschen.
    3. Unser Ziel ist es, den an Krebs erkrankten Menschen begleitend zur Krebsdiagnostik, Krebsbehandlung und Krebsnachsorge je nach Bedarf zu informieren, zu unterstützen und psychotherapeutisch zu behandeln.
    4. Wir arbeiten auf Grundlage eines psychoonkologischen Versorgungssystems, das den Anforderungen des rationalen sowie kostenbewußten Handelns im Gesundheitswesen genügt.
    5. Unsere psychoonkologischen Versorgungsangebote sind Ausdruck einer begründeten und klinisch erforderlichen Betreuung an Krebs erkrankter Menschen.
    6. Die Qualität unserer Versorgung wird durch fortlaufende, abteilungsinterne Optimierungsmaßnahmen sichergestellt.
    7. Unsere wissenschaftlichen und forschenden Tätigkeiten sind unmittelbar auf die Patientenversorgung hin ausgerichtet.
    8. Das kollegiale Miteinander in unserer Abteilung wird durch ein gemeinsam vertretenes Interesse und Engagement an den Zielen der Abteilung für Psychoonkologie getragen.
    9. Wir sichern die bewährte Praxis psychoonkologischer Betreuung an Krebs erkrankter Menschen und optimieren sie - entsprechend neuer Erkenntnisse in der Patientenversorgung - fortlaufend.

 
     
     

 

PSYCHOONKOLOGIE
KOOPERATIONEN

Die Psychoonkologie verbindet eine enge Zusammenarbeit mit den regionalen Selbsthilfegruppen und anderen Institutionen, die Krebsbetroffene unterstützen. Gemeinsam mit dem von der Psychoonkologie initiierten "Arbeitskreis Psychosoziale Nachsorge" wurde eine "Orientierungshilfe für Krebsbetroffene" entwickelt, die vielfältige Informationen und Adressen enthält. Weiterhin wird alle zwei Jahre ein "Kongress für Krebsbetroffene" durchgeführt.


Kooperationspartner (überregional)


Krebsgesellschaft NRW
www.krebsgesellschaft-nrw.de
Tel.: (0211) 157 60 99 0
Zusammenarbeit in der Planung von Seminaren und Vorträgen.

beta-Institut
Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung gGmbH
www.beta-institut.de
www.mammanetz.de
Ansprechpartner: Horst Erhardt (Geschäftsführer)
Tel.: (0821) 45 05 41 11
Zusammenarbeit im Projekt "Case-Management in der sektorübergreifenden Versorgung von Frauen mit Brustkrebs". Die CARINA Stiftung ist einer der externen Berater des betaInstituts und hat in dieser Funktion die "Empfehlungen für psychosoziale Praxisleitlinien im Case-Management bei Mammakarzinom" eingebracht. Die Ergebnisse des "Mammanetz"-Projekts (s.o.) und des Projekts "Case-Management: Psychoonkologie" der CARINA Stiftung werden zukünftig zur Sicherstellung einer "Integrierten Versorgung" beim Mammakarzinom zusammengeführt.

Westdeutsches Brustzentrum
www.brustcentrum.de
Ansprechpartner: Dr. Guido Tuschen (Geschäftsführer)
Zusammenarbeit in der Optimierung der Versorgung von Brustkrebspatientinnen in NRW. Das Westdeutsche Brust-Centrum und die CARINA Stiftung bringen ihre jeweiligen Kompetenzen in die Beratung von Brustzentren und den Aufbau integrierter Versorgungsstrukturen ein.

Psychotherapeutenkammer NRW
www.ptk-nrw.de
Ansprechpartnerin: Monika Konitzer (Präsidentin)
Zusammenarbeit in der Optimierung der psychoonkologisch-psychotherapeutischen Versorgung von Brustkrebspatientinnen sowie der Konzeption und Durchführung von Schulungen zur Weiterqualifikation der in Brustzentren tätigen Psychologen und Psychotherapeuten. Die Psychotherapeutenkammer NRW ist ein Akteur in der "Konzertierten Aktion gegen Brustkrebs in NRW" und leitet die Unterarbeitsgruppe "Psychoonkologische Versorgung". An den hier entwickelten "Empfehlungen zur Durchführung eines Psychoonkologischen Screenings in einer Behandlungskette bei Brustkrebs" ist die CARINA Stiftung beteiligt.

Universität Bielefeld
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
AG 1: Sozialepidemiologie und Gesundheitssystemgestaltung
www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag1/
Ansprechpartner: Prof. Dr. Bernhard Badura, Leiter der Arbeitsgruppe 1
Zusammenarbeit bei der Evaluation der Implementierung psychoonkologischer Leistungen in Kliniken der Akutversorgung.

Philipps-Universität Marburg
www.med.uni-marburg.de/d-einrichtungen/psychosomatik/
Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Baldingerstraße, 35043 Marburg
Tel.: 0 64 21 – 28 640 12
Zusammenarbeit in der Evaluation des medizinischen Nutzens einer leitliniengestützten psychoonkologischen Patientenversorgung in Kliniken der Akutversorgung

Universität Hamburg-Eppendorf
www.uke.uni-hamburg.de
Ansprechpartner: Prof. Dr. Dr. Uwe Koch
Tel.: (040) 4 28 03 28 63
Zusammenarbeit in der Evaluation der Effektivität psychoonkologischer Versorgung

PSAPOH
Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft in der Pädiatrischen Onkologie/Hämatologie
www.gpoh.de
Ansprechpartner: Frau Dipl.-Psych. Beate Schreiber
Tel.: (07071) 2 98 13 15
Zusammenarbeit in der Weiterentwicklung des OPS 301 (2002) durch Prozeduren zur psychotherapeutischen, psychosomatischen und psychosozialen Diagnostik und Intervention im Krankenhaus

HSK Wiesbaden
Psycho-Onkologischer Dienst
www.hsk-wiesbaden.de
Ansprechpartner: Herr Dipl.-Psych. Alf von Kries.
Tel.: (0611) 43 32 00
Zusammenarbeit in der Optimierung psychoonkologischer Versorgung

Universität Bonn
Zentrum für Kinderheilkunde
www.meb.uni-bonn.de
Ansprechpartnerin: Frau Dipl.-Psych. Hildegard Labouvie
Tel.: (0228) 2 87 33 74
Zusammenarbeit in der Evaluation der Versorgungsqualität stationärer und ambulanter psychoonkologischer Versorgung und der psychologischen Schmerztherapie. Entwicklung und Umsetzung des Care-Service-Science-Konzeptes von Michael Kusch, Hildegard Labouvie und Eva Kanth

Universität Koblenz-Landau
Zentrum für empirische und pädagogische Forschung
www.rhrk.uni-kl.de
Ansprechpartner: Prof. Reinhold Jäger
Tel.: (06341) 96 01 22
Zusammenarbeit in der Versorgungsforschung und in der Arbeitsgruppe Versorgungsmanagement. Herausgabe der Schriftenreihe Versorgungsmanagement in Theorie und Praxis (Herausgeber: Michael Kusch, Hildegard Labouvie und Reinhold Jäger)

Universität Bremen
Institut für Rehabilitationsforschung
www.uni-bremen.de
Ansprechpartner: Prof. Franz Petermann
Tel.: (0421) 2 18 46 16
Zusammenarbeit in der Entwicklungspsychopathologie und psychologischen Schmerztherapie


Kooperationspartner (regional)


APN
Arbeitskreis Psychosoziale Nachsorge
Koordinatorin: Frau Anja Ebmeier
Tel.: (05221) 94 26 97
Zusammenarbeit mit regionalen Selbsthilfegruppen und anderen Institutionen. Organisation des Kongresses für Krebsbetroffene in Herford.
Herausgabe und Aktualisierung der "Orientierungshilfe für Krebsbetroffene"

Frauenselbsthilfe nach Krebs - Gruppe Herford
Ansprechpartnerin: Frau Erika Gieselmann
Tel.: (05221) 8 11 52
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsorge und psychoonkologische Beratungsangebote

Frauenselbsthilfe nach Krebs - Gruppe Bünde
Ansprechpartnerin: Frau Margret Heese
Tel.: (05223) 7 28 67
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsorge und psychoonkologische Beratungsangebote

Deutsche ILCO - Regionalgruppe Herford-Bünde
www.ilco.de
Ansprechpartner: Herr Herbert Rose
Tel.: (05223) 8 35 06
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsorge und psychoonkologische Beratungsangebote

Frauenberatungsstelle-Herford e.V.
Ansprechpartnerinnen: Frau Brigitte Wilkening, Frau Bärbel Niermann, Frau Kerstin Klusmann
Tel.: (05221) 14 43 65
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsoge

Hospizbewegung Herford e.V.
Ansprechpartnerin: Frau Regine Graß
Tel.: (05221) 5 51 05
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsorge

Versorgungsamt Bielefeld
Ansprechpartnerinnen: Frau Dr. Hedderich, Frau Dr. Hebeda
Tel.: (05221) 59 92 38
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsorge

Stadt Herford - Wohnberatung -
Ansprechpartner/in: Herr Klaus Uwe Keitel, Frau Eva Krüger
Tel.: (05221) 18 96 56
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsorge

Krebsberatung Minden
Ansprechpartnerin: Frau Rohlfing
Tel.: (0571) 8 28 02 18
Zusammenarbeit im Arbeitskreis psychosoziale Nachsorge

Universität Bielefeld
www.uni-bielefeld.de
Arbeitskreis "Gesundheitspolitisches Forum"
Ansprechpartner: Prof. Klaus Hurrelmann
Tel: (0521) 1 06 46 69
Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis "Gesundheitspolitisches Forum"

Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen
Klinik für Angeborene Herzfehler
www.uv.ruhr-uni-bochum.de
Ansprechpartner: Herr Prof. Hans Meyer
Tel.: (05731) 97 13 80
Zusammenarbeit in Fragen der Optimierung psychosozialer Versorgung
Entwicklung psychosozialer Auswahl- und Ausführungsleitlinien

 
     
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